Kaiserschmarrn ist ein wahres Highlight der österreichischen Küche. Es handelt sich dabei um eine luftig-lockere Süßspeise, die traditionell aus einem dickflüssigen Pfannkuchenteig zubereitet und in der Pfanne zerzupft wird. Ursprünglich soll der Kaiserschmarrn dem österreichischen Kaiser Franz Joseph I. serviert worden sein, der so begeistert war, dass dieses einfache, aber köstliche Gericht fortan seinen Namen trug.
Die Mischung aus karamellisiertem Teig, Rosinen und Puderzucker macht den Kaiserschmarrn zu einem wahren Genuss, der sowohl als Hauptgericht als auch als Dessert serviert werden kann. Was ihn so besonders macht, ist die Vielseitigkeit: Mit frischem Apfelmus, Zwetschgenröster oder einfach mit Kompott schmeckt er besonders gut.
In diesem Artikel erfährst du alles, was du über die Zubereitung von Kaiserschmarrn wissen musst, welche Variationen es gibt und wie du ihn ganz leicht selbst machen kannst.
Die Geschichte des Kaiserschmarrn
Es ranken sich viele Legenden um die Entstehung des Kaiserschmarrn. Eine der bekanntesten Geschichten erzählt, dass Kaiser Franz Joseph I. ein großer Liebhaber von Süßspeisen war. Eines Tages sollte ihm eine Palatschinke (österreichische Pfannkuchen) serviert werden, die jedoch beim Wenden missglückte und zerbrach. Anstatt das misslungene Gericht zu verwerfen, wurde es in mundgerechte Stücke zerteilt, mit Zucker bestreut und dem Kaiser präsentiert. Der war so begeistert, dass der „Schmarrn“ (österr. Ausdruck für „Durcheinander“) fortan auf der kaiserlichen Speisekarte stand.
Der Kaiserschmarrn war geboren und hat sich seitdem zu einem der beliebtesten Gerichte der österreichischen Küche entwickelt.
Zutaten für 2 Portionen Kaiserschmarrn
Die Zubereitung von Kaiserschmarrn ist einfach und schnell, aber es kommt auf die richtige Balance der Zutaten an, um den perfekten Geschmack und die richtige Konsistenz zu erzielen.
Für den Teig:
- 4 Eier (getrennt in Eiweiß und Eigelb)
- 250 ml Milch
- 150 g Mehl
- 1 EL Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 1 Prise Salz
- 50 g Rosinen (optional)
- 2 EL Rum (zum Einweichen der Rosinen, optional)
- Butter zum Ausbacken (ca. 2-3 EL)
Für die Garnitur:
- Puderzucker zum Bestäuben
- Apfelmus, Zwetschgenröster oder Kompott als Beilage
Alternativen und Anpassungen:
- Rosinen: Nicht jeder mag Rosinen im Kaiserschmarrn. Diese können weggelassen oder durch gehackte Nüsse, getrocknete Cranberries oder klein geschnittene Aprikosen ersetzt werden.
- Rum: Der Rum verleiht den Rosinen eine besondere Note, kann aber durch Apfelsaft ersetzt werden, wenn du keinen Alkohol verwenden möchtest.
- Mehl: Für eine glutenfreie Variante kannst du glutenfreies Mehl verwenden.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Zubereitung von Kaiserschmarrn
Schritt 1: Vorbereitung der Rosinen
Falls du Rosinen verwenden möchtest, gib diese in eine kleine Schüssel und bedecke sie mit Rum (oder Apfelsaft) zum Einweichen. Idealerweise sollten sie etwa 30 Minuten ziehen, damit sie weich und aromatisch werden.
Schritt 2: Teig zubereiten
Trenne die Eier und schlage das Eiweiß mit einer Prise Salz steif. Der Eischnee sorgt später für die luftige Konsistenz des Kaiserschmarrns.
In einer separaten Schüssel verrührst du das Eigelb mit Zucker, Vanillezucker und Milch, bis eine gleichmäßige Mischung entsteht. Dann das Mehl nach und nach einrühren, sodass ein glatter Teig ohne Klümpchen entsteht.
Heb nun vorsichtig den steifen Eischnee unter den Teig. Dieser Schritt ist wichtig, um dem Teig seine Leichtigkeit zu geben. Achte darauf, nicht zu stark zu rühren, damit der Eischnee seine fluffige Struktur behält.
Schritt 3: Den Kaiserschmarrn ausbacken
Erhitze eine Pfanne bei mittlerer Temperatur und gib einen großzügigen Esslöffel Butter hinein. Sobald die Butter geschmolzen ist und leicht schäumt, gieße den Teig in die Pfanne. Falls du Rosinen verwendest, kannst du diese nun gleichmäßig über den Teig streuen.
Lasse den Teig bei mittlerer Hitze einige Minuten anbacken, bis die Unterseite goldbraun ist. Die Oberseite sollte noch leicht feucht sein. Nun kommt der entscheidende Schritt: Zerreiße den Teig mit zwei Gabeln oder einem Pfannenwender in grobe Stücke. Dies verleiht dem Kaiserschmarrn sein typisches „zerfetztes“ Aussehen.
Füge bei Bedarf ein wenig mehr Butter hinzu und brate die Stücke weiter, bis sie von allen Seiten leicht gebräunt und durchgebacken sind.
Schritt 4: Anrichten und Servieren
Sobald der Kaiserschmarrn fertig gebraten ist, nimm ihn aus der Pfanne und bestreue ihn großzügig mit Puderzucker. Traditionell wird der Kaiserschmarrn mit Apfelmus, Zwetschgenröster oder Kompott serviert. Die fruchtige Note passt perfekt zur Süße des Kaiserschmarrns und rundet das Gericht ab.
Variationen des Kaiserschmarrn
Kaiserschmarrn ist ein vielseitiges Gericht, das sich in vielerlei Hinsicht variieren lässt. Hier sind einige Ideen, wie du den klassischen Kaiserschmarrn nach deinem Geschmack anpassen kannst:
Karamellisierter Kaiserschmarrn:
Für eine besonders süße Variante kannst du den Kaiserschmarrn in der Pfanne mit Zucker karamellisieren. Gib nach dem Zerreißen des Teigs eine zusätzliche Portion Zucker in die Pfanne und lasse diesen leicht schmelzen, bis die Kaiserschmarrnstücke eine knusprige, karamellisierte Schicht bekommen.
Schokoladen-Kaiserschmarrn:
Wenn du es schokoladig magst, kannst du dem Teig etwas Kakaopulver hinzufügen oder Schokoladenstückchen unter den Teig mischen. Eine köstliche Variante, die vor allem bei Kindern gut ankommt!
Fruchtiger Kaiserschmarrn:
Anstelle von Rosinen kannst du frische oder getrocknete Früchte in den Teig geben. Besonders gut passen Äpfel, Birnen oder getrocknete Aprikosen. Diese verleihen dem Kaiserschmarrn eine fruchtige Note und machen ihn noch saftiger.
Herzhafter Kaiserschmarrn:
Ja, du hast richtig gelesen! Kaiserschmarrn muss nicht immer süß sein. Für eine herzhafte Variante kannst du den Zucker weglassen und den Teig mit Kräutern, Speckwürfeln und Käse anreichern. Diese Version eignet sich hervorragend als deftiges Mittagessen.
Tipps für den perfekten Kaiserschmarrn
- Pfanne: Verwende am besten eine beschichtete Pfanne oder eine gusseiserne Pfanne, da der Teig sonst leicht anbrennen kann.
- Butter: Sei nicht sparsam mit der Butter! Sie sorgt nicht nur dafür, dass der Teig nicht kleben bleibt, sondern verleiht dem Kaiserschmarrn auch einen unverwechselbaren Geschmack.
- Temperatur: Achte darauf, den Kaiserschmarrn bei mittlerer Hitze zu backen. Zu hohe Temperaturen führen dazu, dass die Außenseite verbrennt, während der Teig innen noch roh ist.
- Servieren: Kaiserschmarrn schmeckt am besten frisch aus der Pfanne. Wenn du ihn vorbereiten möchtest, kannst du ihn im Ofen bei niedriger Temperatur warm halten, bis er serviert wird.
Warum ist Kaiserschmarrn so beliebt?
Kaiserschmarrn gehört zu den Gerichten, die Kindheitserinnerungen wecken. Viele verbinden ihn mit Urlauben in den Bergen, Hüttenbesuchen und gemütlichen Sonntagnachmittagen. Seine einfache Zubereitung, die vielseitigen Variationsmöglichkeiten und der unwiderstehliche Geschmack machen ihn zu einem Dauerbrenner in vielen Haushalten.
Ob als süßes Hauptgericht oder Dessert – Kaiserschmarrn passt zu jeder Gelegenheit und bringt ein Stück österreichische Tradition auf den Tisch. Besonders in den kälteren Monaten ist er ein beliebter Seelenwärmer, der nicht nur satt macht, sondern auch das Herz erwärmt.
Gesundheitsaspekte
Auch wenn Kaiserschmarrn sicherlich kein Diätgericht ist, lässt er sich in einer etwas leichteren Variante zubereiten:
- Weniger Zucker: Du kannst den Zuckeranteil im Teig reduzieren oder auf alternative Süßungsmittel wie Ahorn